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Eigenleistung sinnvoll nutzen – elektrische Arbeiten richtig einordnen

Elektroinstallation selber machen oder Elektriker rufen? Was Heimwerker vorbereiten können

Beim Neubau oder bei einer Sanierung lässt sich durch Eigenleistung viel Arbeit vorbereiten. Doch bei der Elektroinstallation gibt es eine klare Grenze: Planung, Anschluss, Schutzmaßnahmen und Prüfung gehören in fachkundige Hände. Erfahre, welche Vorarbeiten Du mit Deinem Elektriker abstimmen kannst und wann der Fachbetrieb übernehmen sollte.

Das Wichtigste auf einen Blick
  • Raum- und Steckdosenplanung selbst vorbereiten
  • mechanische Vorarbeiten mit dem Elektriker abstimmen
  • Dosen und Rohrwege können Teil der Eigenleistung sein
  • Leitungswahl und Dimensionierung nicht einfach selbst festlegen
  • Anschluss, Verteiler und Schutzmaßnahmen dem Fachbetrieb überlassen
  • eine fertige Anlage muss fachgerecht geprüft werden
Eigenleistung ja – aber an der richtigen Stelle

Warum ist die Grenze bei Elektroarbeiten so wichtig?

Viele Tätigkeiten beim Hausbau lassen sich mit handwerklichem Geschick selbst erledigen. Bei elektrischen Anlagen kommen jedoch zusätzliche Risiken hinzu: Stromschlag, Brandgefahr, fehlerhafte Schutzmaßnahmen und Schäden, die möglicherweise erst Jahre später auffallen.

Deshalb ist es sinnvoll, zwischen baulichen beziehungsweise mechanischen Vorarbeiten und der eigentlichen elektrischen Installation zu unterscheiden.

  • Eigenleistung bei geeigneten Vorarbeiten
  • elektrische Planung fachlich abstimmen
  • keine Arbeiten unter Spannung
  • Schutzmaßnahmen nicht selbst beurteilen
  • fertige Installation fachgerecht prüfen lassen
 
230 Volt sind lebensgefährlich

Arbeiten an elektrischen Anlagen können zu schweren oder tödlichen Stromunfällen führen. Auch eine scheinbar funktionierende Installation kann technisch fehlerhaft sein. Deshalb sollten Anschluss, Schutzmaßnahmen und Prüfung von entsprechend qualifizierten beziehungsweise berechtigten Fachpersonen durchgeführt werden.

Hier lässt sich sinnvoll mitarbeiten

Welche Eigenleistungen können Heimwerker vorbereiten?

Besonders bei Neubau und Sanierung gibt es einige Arbeiten, die sich nach vorheriger Abstimmung mit dem Elektriker gut vorbereiten lassen.

01

Steckdosenpositionen planen

Überlege anhand von Möbeln, Küche, Fernseher, Büro und späterer Nutzung, wo Steckdosen benötigt werden.

02

Schalterpositionen planen

Lichtschalter, Taster und Bedienpunkte können bereits auf dem Grundriss eingezeichnet werden.

03

Dosen mechanisch vorbereiten

Nach genauer Vorgabe können geeignete Unterputz- oder Hohlwanddosen gesetzt beziehungsweise vorbereitet werden.

04

Rohrwege vorbereiten

Installationsrohre können nach abgestimmter Planung verlegt werden, bevor Wand oder Decke geschlossen wird.

05

Beschriftung und Dokumentation

Fotos von Leitungswegen, Dosenpositionen und Installationszonen sind später äußerst hilfreich.

06

Material vorbereiten

Abgestimmte Dosen, Rohre, Klemmen, Schalterprogramme und weiteres Material können bereits projektbezogen bereitgestellt werden.

Der entscheidende Punkt: vorher abstimmen

Besprich mit dem Elektriker vor Beginn der Arbeiten genau, welche Tätigkeiten Du übernehmen möchtest. So vermeidest Du, dass bereits ausgeführte Arbeiten später wieder entfernt oder korrigiert werden müssen.

Hier kannst Du besonders viel beitragen

Elektroplanung aus Nutzersicht selbst vorbereiten

Niemand kennt Deinen späteren Alltag so gut wie Du selbst. Genau deshalb kannst Du bei der funktionalen Planung einen großen Teil der Vorarbeit leisten.

Wohnbereich

Steckdosen dort planen, wo sie gebraucht werden

  • TV und Multimedia
  • Sofa und Ladegeräte
  • Staubsauger
  • Steh- und Tischleuchten
  • Weihnachtsbeleuchtung
  • spätere Möbelumstellung bedenken
Küche

Geräte frühzeitig festlegen

  • Kühlschrank
  • Geschirrspüler
  • Backofen und Kochfeld
  • Kaffeemaschine
  • Arbeitssteckdosen
  • Beleuchtung
Technik & Netzwerk

Zukunft mitplanen

  • LAN-Dosen
  • WLAN-Access-Points
  • Smart Home
  • Türsprechanlage
  • Kameras
  • PV, Speicher oder Wallbox vorbereiten
 
Planung ist oft die wertvollste Eigenleistung

Wer Möbel, Geräte, Beleuchtung und zukünftige Technik frühzeitig einplant, vermeidet später Verlängerungskabel, fehlende Steckdosen und aufwendige Nachrüstungen.

Mechanische Vorbereitung

Kann man Unterputzdosen und Hohlwanddosen selbst setzen?

Das mechanische Herstellen von Dosenöffnungen und das Setzen geeigneter Installationsdosen kann bei einem abgestimmten Bauablauf eine typische Eigenleistung sein.

Massivwand

Unterputzdosen

Bei Mauerwerk werden passende Öffnungen hergestellt und die Dosen auf korrekte Position, Tiefe und Ausrichtung gesetzt.

  • Position exakt anzeichnen
  • Mehrfachkombinationen ausrichten
  • fertige Wandoberfläche berücksichtigen
  • Rohranschlüsse einplanen
Trockenbau

Hohlwanddosen

Für Gipskarton und geeignete Plattenwände werden spezielle Hohlwanddosen verwendet.

  • passenden Fräsdurchmesser beachten
  • Plattenstärke berücksichtigen
  • Hohlraumtiefe prüfen
  • Mehrfachkombination exakt ausrichten
 
Dosenpositionen vorher mit dem Elektriker abstimmen

Position, Anzahl und Zuordnung der Dosen hängen von der späteren elektrischen Planung ab. Erst setzen und danach überlegen, welcher Stromkreis dort benötigt wird, ist die falsche Reihenfolge.

Besonders im Neubau interessant

Kann man Elektroinstallationsrohre selbst verlegen?

Das mechanische Verlegen vorbereiteter Rohrwege kann nach fachlicher Planung eine sinnvolle Eigenleistung sein.

01

Rohrdimension

Sie muss zur späteren Leitungsbelegung passen und sollte nicht einfach nach Gefühl gewählt werden.

02

Biegeradien

Zu enge Bögen erschweren das spätere Einziehen von Leitungen.

03

Rohrbefestigung

Rohre müssen stabil verlegt werden und dürfen beim weiteren Bauablauf nicht gequetscht werden.

04

Installationswege

Rohrführung und Positionen müssen zum abgestimmten Elektroplan passen.

Mechanischer Arbeitsgang – elektrische Planung bleibt Fachsache

Kann man Leitungen selbst durch Leerrohre ziehen?

Das reine mechanische Einziehen bereits fachlich festgelegter Leitungen kann im Rahmen eines abgestimmten Projekts vorbereitet werden. Welche Leitung, welcher Querschnitt und wie viele Leiter in ein Rohr gehören, sollte jedoch nicht selbst improvisiert werden.

Vorbereitung

Was vorher feststehen muss

  • Leitungstyp
  • Leiterquerschnitt
  • Stromkreiszuordnung
  • Rohrdimension
  • Leitungsweg
  • benötigte Länge
Eigenleistung

Mechanisch einziehen

  • Einziehfeder verwenden
  • Leitung nicht beschädigen
  • ausreichende Reserve lassen
  • Leitungen sauber kennzeichnen
  • noch nicht elektrisch anschließen
 
Leiterquerschnitt nicht einfach nach einer Standardtabelle auswählen

Dimensionierung hängt unter anderem von Strombelastbarkeit, Leitungslänge, Spannungsfall, Verlegeart, Häufung, Temperatur und Schutzmaßnahmen ab.

Smart Home frühzeitig mitdenken

Was kann man für Smart Home selbst vorbereiten?

Auch bei Smart Home liegt viel Potenzial in der frühen Planung. Besonders Leitungswege, tiefe Gerätedosen und Platzreserven können schon im Rohbau berücksichtigt werden.

01

Tiefe Gerätedosen

Zusätzliche Aktoren benötigen häufig Platz hinter Schaltern und Tastern.

02

Neutralleiter mitplanen

Viele elektronische Geräte benötigen eine andere Leitungsbelegung als klassische Schalter.

03

Netzwerkleitungen

LAN und Busleitungen sollten bereits während des Rohbaus berücksichtigt werden.

04

Reserve-Rohre

Leere Rohre zu Dach, Verteiler, Technikraum oder Außenbereich können spätere Erweiterungen erleichtern.

Smart Home ist nicht nur eine Frage des Aktors

Die beste Vorbereitung besteht darin, bereits bei Dosen, Leitungswegen und Verteilerplatz an spätere Steuerungen zu denken.

Hier endet sinnvolle Eigenleistung

Wann sollte unbedingt der Elektriker übernehmen?

01

Verteilerarbeiten

Arbeiten an Sicherungsverteilung, Schutzorganen und Verteilerverdrahtung gehören in fachkundige Hände.

02

FI/RCD

Auswahl, Einbau, Zuordnung und messtechnische Prüfung von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen sind Facharbeiten.

03

Leitung dimensionieren

Querschnitt und Absicherung müssen fachgerecht auf den Stromkreis abgestimmt werden.

04

Elektrische Anschlüsse

Feste Verdrahtung von Stromkreisen, Schutzleitern und Geräten sollte durch den Fachbetrieb ausgeführt werden.

05

Neue Stromkreise

Ein zusätzlicher Stromkreis muss geplant, abgesichert, angeschlossen und geprüft werden.

06

Bad und Außenbereich

Hier kommen zusätzliche Anforderungen durch Feuchtigkeit, Schutzbereiche und Umgebungsbedingungen hinzu.

07

Wallbox, PV und Speicher

Leistungsstarke Verbraucher und Erzeugungsanlagen benötigen abgestimmte Schutz- und Anschlusskonzepte.

08

Prüfung und Inbetriebnahme

Eine neue oder geänderte elektrische Anlage muss fachgerecht geprüft werden.

Das Herz der Elektroinstallation

Warum sollte man am Sicherungskasten nicht selbst arbeiten?

Im Installationsverteiler laufen Stromkreise, Schutzorgane und zentrale Funktionen der Anlage zusammen. Fehler können hier Auswirkungen auf mehrere Bereiche des Gebäudes haben.

Leitungsschutz

Mehr als nur „Sicherung einbauen“

Leitungsschutzschalter müssen zur Leitung, Verlegeart, Belastung und den weiteren Bedingungen des Stromkreises passen.

Fehlerstromschutz

RCD/FI richtig auswählen

Typ, Bemessungsstrom, Fehlerstrom und Zuordnung müssen zum jeweiligen Anlagenkonzept passen.

 
Im Verteiler können auch bei ausgeschalteten Stromkreisen gefährliche Spannungen vorhanden sein

Das Ausschalten eines einzelnen Leitungsschutzschalters macht nicht automatisch den gesamten Verteiler spannungsfrei.

Mechanisch einfach heißt elektrisch nicht automatisch einfach

Steckdose, Schalter oder Leuchte anschließen – selbst machen?

Das mechanische Montieren eines Einsatzes sieht häufig unkompliziert aus. Der elektrische Anschluss ist jedoch Teil der festen Elektroinstallation und kann ohne Messung nicht zuverlässig beurteilt werden.

01

Leiterfarben reichen nicht

Vor allem bei älteren Installationen darf nicht allein aufgrund der Aderfarbe auf Funktion oder Spannungsfreiheit geschlossen werden.

02

Schutzleiter entscheidend

Ein fehlerhafter oder fehlender Schutzleiter kann eine erhebliche Gefahr darstellen.

03

Klemmen müssen korrekt verarbeitet werden

Schlecht ausgeführte Verbindungen können sich erwärmen und langfristig Schäden verursachen.

04

Nach dem Anschluss prüfen

Eine Sichtkontrolle allein beweist nicht, dass Schutzmaßnahmen tatsächlich funktionieren.

Ein Gerät, das funktioniert, ist noch kein Beweis für eine sichere Installation

Eine Steckdose kann Spannung liefern und trotzdem einen Fehler in Schutzleiter, Abschaltbedingungen oder anderen Schutzmaßnahmen aufweisen.

Der häufig unterschätzte Teil der Installation

Warum muss eine Elektroinstallation geprüft werden?

Nach Errichtung oder Änderung einer elektrischen Anlage reicht es nicht aus, dass Licht und Steckdosen scheinbar funktionieren. Schutzmaßnahmen müssen durch geeignete Prüfungen nachgewiesen werden.

01

Sichtprüfung

Material, Montage, Leitungsführung und Schutzmaßnahmen werden kontrolliert.

02

Messungen

Elektrische Eigenschaften und Schutzmaßnahmen werden mit geeigneten Messgeräten überprüft.

03

Funktionsprüfung

Schalter, Schutzgeräte und weitere Funktionen werden kontrolliert.

04

Dokumentation

Eine nachvollziehbare Dokumentation erleichtert spätere Änderungen und Wartungen.

 
Die Prüfung ist kein optionaler Abschluss

Sie ist ein wesentlicher Bestandteil einer fachgerecht errichteten beziehungsweise geänderten elektrischen Anlage.

Arbeitszeit dort sparen, wo es sinnvoll ist

Wo kann Eigenleistung tatsächlich Kosten sparen?

Am sinnvollsten ist Eigenleistung bei zeitaufwendigen mechanischen Tätigkeiten, die vorher exakt mit dem ausführenden Elektriker abgestimmt wurden.

Arbeit Eigenleistung sinnvoll? Voraussetzung
Raum- und Steckdosenplanung Ja fachliche Endkontrolle
Schlitze und Öffnungen vorbereiten Oft ja Position und Baukonstruktion abgestimmt
Dosen setzen Oft ja exakte Vorgaben
Installationsrohre verlegen Oft ja Rohrart, Dimension und Verlauf festgelegt
Leitungen mechanisch einziehen Nach Absprache Leitung bereits fachlich festgelegt
Steckdosen elektrisch anschließen Facharbeit fachgerechter Anschluss und Prüfung
Verteiler verdrahten Facharbeit Elektrofachbetrieb
Schutzmaßnahmen prüfen Facharbeit geeignete Messgeräte und Fachkenntnis
Eigenleistung spart vor allem Stunden – nicht Fachplanung

Stemmen, Bohren, Dosen setzen und vorbereitete Rohrwege können arbeitsintensiv sein. Genau hier kann eine abgestimmte Mitarbeit besonders sinnvoll sein.

DIY und Fachbetrieb sinnvoll kombinieren

So funktioniert Eigenleistung mit dem Elektriker am besten

01

Vor Projektbeginn sprechen

Schon vor dem ersten Schlitz festlegen, welche Eigenleistungen akzeptiert und sinnvoll sind.

02

Plan erstellen

Steckdosen, Schalter, Beleuchtung, Netzwerk und technische Verbraucher einzeichnen.

03

Material abstimmen

Dosentypen, Rohre und weitere Komponenten nicht ohne Rücksprache beliebig auswählen.

04

Vorarbeiten dokumentieren

Vor Verputzen oder Schließen der Wände Fotos von Rohr- und Leitungswegen machen.

05

Zwischenkontrolle ermöglichen

Der Elektriker sollte kritische Arbeiten prüfen können, bevor sie nicht mehr zugänglich sind.

06

Anschluss und Prüfung übergeben

Die fertige elektrische Anlage wird fachgerecht angeschlossen, geprüft und in Betrieb genommen.

 
Der Elektriker sollte Deine Eigenleistung vorher kennen

Nicht jeder Fachbetrieb übernimmt automatisch die Verantwortung für fremde Vorarbeiten. Deshalb sollten Umfang, Ausführung und spätere Kontrolle bereits vor Projektbeginn vereinbart werden.

Kosten sparen ohne später doppelt zu arbeiten

Typische Fehler bei Eigenleistung an Elektroprojekten

01

Ohne Elektriker anfangen

Dosen und Rohre sind bereits fertig, bevor Stromkreise und Leitungswege geplant wurden.

02

Material nur nach Preis auswählen

Produkte passen später nicht zur Wand, Leitung oder geplanten Installation.

03

Zu kleine Installationsrohre

Das spätere Einziehen wird unnötig schwierig oder unmöglich.

04

Zu flache Dosen

Für Klemmen oder Smart-Home-Aktoren bleibt später kein Platz.

05

Leitungsquerschnitt selbst festlegen

Die Dimensionierung wird auf Watt oder Sicherungsgröße reduziert und wichtige Einflussfaktoren fehlen.

06

Verbindungen selbst improvisieren

Ungeeignete Klemmen oder schlecht ausgeführte Kontaktstellen können Probleme verursachen.

07

Keine Fotos machen

Nach dem Verputzen ist nicht mehr nachvollziehbar, wo Rohre und Leitungen verlaufen.

08

Prüfung mit „funktioniert doch“ ersetzen

Ein eingeschaltetes Licht beweist nicht die Wirksamkeit der elektrischen Schutzmaßnahmen.

Vor dem Projekt kurz klären

Eigenleistung bei Elektroinstallation – Checkliste

Vorbereitung

Ist das Projekt abgestimmt?

  • Elektriker bereits eingebunden?
  • Steckdosenplan vorhanden?
  • Schalterpositionen festgelegt?
  • Beleuchtung geplant?
  • Netzwerk berücksichtigt?
  • Smart Home geplant?
  • zukünftige Erweiterungen berücksichtigt?
  • Eigenleistungen eindeutig vereinbart?
Ausführung

Was übernehme ich wirklich selbst?

  • nur vereinbarte Vorarbeiten?
  • richtige Dosen verwendet?
  • Rohrdimension vorgegeben?
  • Leitungswege dokumentiert?
  • keine elektrische Verdrahtung improvisiert?
  • keine Arbeiten am Verteiler?
  • Zwischenkontrolle eingeplant?
  • Endprüfung durch Fachperson vorgesehen?
Häufige Fragen verständlich beantwortet

Fragen zu Elektroarbeiten in Eigenleistung

Kann ich eine Elektroinstallation komplett selbst machen?

Eine komplette feste Elektroinstallation umfasst Planung, Dimensionierung, Schutzmaßnahmen, Anschluss, Inbetriebnahme und Prüfung. Diese Bereiche gehören in fachkundige beziehungsweise entsprechend berechtigte Hände. Eigenleistung ist vor allem bei vorher abgestimmten mechanischen Vorarbeiten sinnvoll.

Welche Elektroarbeiten kann ich beim Hausbau vorbereiten?

Typische vorbereitende Arbeiten können das Anzeichnen von Positionen, Herstellen von Dosenöffnungen, Setzen von Installationsdosen oder Verlegen abgestimmter Rohrwege sein. Umfang und Ausführung sollten vorher mit dem Elektriker vereinbart werden.

Kann ich Unterputzdosen selbst setzen?

Das mechanische Setzen von Dosen kann nach genauer Planung und Abstimmung Teil der Eigenleistung sein. Position, Tiefe, Dosentyp und Rohrführung müssen zum Elektroplan passen.

Kann ich Hohlwanddosen selbst montieren?

Auch Hohlwanddosen können mechanisch vorbereitet werden, wenn Wandaufbau, Dosentyp und Position vorher feststehen. Die spätere elektrische Verdrahtung ist davon getrennt zu betrachten.

Kann ich Elektroinstallationsrohre selbst verlegen?

Das kann nach fachlicher Planung eine sinnvolle Eigenleistung sein. Rohrart, Durchmesser, Verlauf, Befestigung und Biegeradien sollten vorher festgelegt werden.

Kann ich Leitungen selbst durch Leerrohre ziehen?

Das mechanische Einziehen bereits fachlich festgelegter Leitungen kann nach Absprache vorbereitet werden. Leitungstyp, Querschnitt und Zuordnung sollten nicht eigenständig improvisiert werden.

Darf ich eine Steckdose selbst anschließen?

Der elektrische Anschluss einer Steckdose ist Teil der festen Elektroinstallation. Für eine sichere Installation müssen unter anderem Leiterzuordnung, Schutzmaßnahmen und abschließende Prüfung stimmen. Diese Arbeiten sollten entsprechend qualifizierte beziehungsweise berechtigte Fachpersonen übernehmen.

Darf ich einen Lichtschalter selbst anschließen?

Auch ein Lichtschalter gehört zur festen Elektroinstallation. Ein funktionierendes Schaltergebnis allein zeigt nicht, dass Verdrahtung und Schutzmaßnahmen korrekt ausgeführt wurden.

Kann ich eine Deckenleuchte selbst anschließen?

Bei fest angeschlossenen Leuchten besteht direkter Kontakt zur elektrischen Installation. Besonders bei älteren Anlagen oder unbekannter Leitungsbelegung sollte der Anschluss fachgerecht geprüft und ausgeführt werden.

Warum sollte ich nicht selbst am Sicherungskasten arbeiten?

Im Verteiler befinden sich zentrale Schutz- und Verteilungseinrichtungen. Fehler können mehrere Stromkreise betreffen und es können auch bei teilweise abgeschalteter Anlage gefährliche Spannungen vorhanden sein.

Kann ich einen FI-Schalter selbst tauschen?

Auswahl, Einbau und messtechnische Prüfung eines Fehlerstrom-Schutzschalters gehören in fachkundige Hände. Nach dem Einbau muss die Schutzfunktion geprüft werden.

Warum reicht es nicht, wenn nach der Installation alles funktioniert?

Ein funktionierendes Gerät beweist lediglich, dass ein Stromfluss möglich ist. Ob Schutzleiter, Abschaltbedingungen und weitere Schutzmaßnahmen korrekt funktionieren, muss durch fachgerechte Prüfungen festgestellt werden.

Wie kann ich durch Eigenleistung beim Elektriker Kosten sparen?

Besonders zeitintensive mechanische Arbeiten wie vorbereitete Schlitze, Dosenöffnungen, Dosenmontage, Rohrwege und Dokumentation können nach vorheriger Vereinbarung Arbeitszeit reduzieren.

Übernimmt jeder Elektriker meine selbst ausgeführten Vorarbeiten?

Nein. Deshalb sollte bereits vor Beginn geklärt werden, welche Eigenleistungen der ausführende Fachbetrieb akzeptiert, kontrolliert und in sein Projekt übernimmt.

Gut vorbereiten und Facharbeit gezielt einsetzen

Elektroprojekt selbst vorbereiten – mit dem passenden Material

Plane Steckdosen, Dosen, Rohrwege und spätere Funktionen frühzeitig und stimme Deine Eigenleistungen mit dem ausführenden Elektriker ab. Das passende Installationsmaterial findest Du bei elektro-24.at.

Wichtiger Hinweis

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und soll bei der Abgrenzung sinnvoller Eigenleistungen helfen. Gesetzliche und technische Anforderungen unterscheiden sich je nach Land, Projekt und Anlagenart. Arbeiten an festen elektrischen Anlagen können lebensgefährlich sein. Planung, Dimensionierung, elektrische Verdrahtung, Anschluss, Schutzmaßnahmen, Inbetriebnahme und Prüfung müssen entsprechend den geltenden gesetzlichen Vorgaben und technischen Regeln durch entsprechend qualifizierte beziehungsweise berechtigte Fachpersonen durchgeführt werden. Eigenleistungen sollten vor Beginn mit dem ausführenden Fachbetrieb abgestimmt werden.

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