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Schutz gegen Staub, Berührung und Wasser richtig verstehen

IP-Schutzarten einfach erklärt: Was bedeuten IP20, IP44, IP65 und IP67?

IP44, IP54, IP65 oder IP67 – die IP-Schutzart zeigt, wie gut ein elektrisches Betriebsmittel gegen feste Fremdkörper, Berührung und Wasser geschützt ist. Erfahre, was die beiden Ziffern bedeuten und welche Schutzart für Badezimmer, Keller, Garage, Garten und Außenbereich geeignet sein kann.

Das Wichtigste auf einen Blick
  • erste Ziffer = Fremdkörper- und Berührungsschutz
  • zweite Ziffer = Schutz gegen Wasser
  • IP44 bedeutet unter anderem Schutz gegen Spritzwasser
  • IP65 bedeutet staubdicht und Schutz gegen Strahlwasser
  • IP67 bedeutet Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen unter definierten Bedingungen
Zwei Ziffern geben wichtige Informationen

Was bedeutet die IP-Schutzart?

Die IP-Kennzeichnung beschreibt den Schutz eines Gehäuses gegen das Eindringen fester Fremdkörper beziehungsweise gegen gefährliche Berührung sowie gegen Wasser.

Nach den Buchstaben IP folgen normalerweise zwei Kennziffern. Die erste Ziffer beschreibt den Schutz gegen feste Fremdkörper und Berührung, die zweite Ziffer den Schutz gegen Wasser.

  • IP20: Berührungsschutz, aber kein ausgewiesener Wasserschutz
  • IP44: Schutz gegen Fremdkörper ab 1 mm und Spritzwasser
  • IP54: staubgeschützt und gegen Spritzwasser geschützt
  • IP65: staubdicht und gegen Strahlwasser geschützt
  • IP67: staubdicht und gegen zeitweiliges Untertauchen geschützt
Beispiel IP65

IP 6 5

  • 6 = staubdicht
  • 5 = Schutz gegen Strahlwasser

Beide Ziffern müssen immer getrennt betrachtet werden.

 
„IP“ wird häufig als Ingress Protection bezeichnet

Die IP-Kennzeichnung ist in IEC beziehungsweise EN 60529 definiert. Für die praktische Produktauswahl ist entscheidend, welchen Schutzgrad die einzelnen Kennziffern tatsächlich beschreiben.

Schutz gegen Berührung und feste Fremdkörper

Was bedeutet die erste IP-Ziffer?

Die erste Kennziffer reicht von 0 bis 6. Mit steigender Zahl nimmt der Schutz gegen das Eindringen fester Fremdkörper zu.

1. Ziffer Schutz gegen feste Fremdkörper Vereinfachte Bedeutung
0 kein ausgewiesener Schutz kein definierter Fremdkörperschutz
1 ab 50 mm Schutz gegen große Fremdkörper
2 ab 12,5 mm unter anderem Fingerschutz
3 ab 2,5 mm Schutz gegen größere Werkzeuge und Fremdkörper
4 ab 1 mm Schutz gegen kleine feste Fremdkörper
5 staubgeschützt Staub kann nicht in schädigender Menge eindringen
6 staubdicht vollständiger Schutz gegen Staubeintritt unter den Prüfbedingungen
IP5X und IP6X sind nicht dasselbe

Bei IP5X darf Staub unter den definierten Bedingungen nicht in einer Menge eindringen, die den sicheren Betrieb beeinträchtigt. IP6X bezeichnet dagegen die höchste Stufe des Staubschutzes innerhalb dieser Kennzeichnung.

Vom Tropfwasser bis zum Untertauchen

Was bedeutet die zweite IP-Ziffer?

Die zweite Kennziffer beschreibt, gegen welche Form der Wassereinwirkung ein Gehäuse geprüft wurde.

2. Ziffer Wasserschutz Vereinfachte Bedeutung
0 kein ausgewiesener Schutz kein definierter Wasserschutz
1 Tropfwasser senkrecht fallende Tropfen
2 Tropfwasser bei geneigtem Gehäuse erweiterter Tropfwasserschutz
3 Sprühwasser Wasser aus definierten Richtungen
4 Spritzwasser Wasser aus verschiedenen Richtungen
5 Strahlwasser Wasserstrahl aus einer Düse
6 starkes Strahlwasser stärkere Wasserstrahlen
7 zeitweiliges Untertauchen Untertauchen unter definierten Prüfbedingungen
8 dauerndes Untertauchen Bedingungen werden mit dem Hersteller festgelegt
9 Hochdruck- und Hochtemperatur-Strahlwasser besondere Anwendungen und Reinigungsverfahren
 
Eine höhere Zahl bedeutet nicht automatisch Schutz gegen alle niedrigeren Wasserprüfungen

Besonders beim Übergang zu IPX7 und IPX8 sollte die Kennzeichnung genau geprüft werden. Schutz gegen Untertauchen bedeutet nicht automatisch, dass das Produkt auch für starke Wasserstrahlen vorgesehen ist.

Die wichtigsten Schutzarten im Alltag

IP-Schutzarten im schnellen Überblick

IP Fremdkörper / Staub Wasser Typische Anwendung
IP20 Schutz gegen Fremdkörper ab 12,5 mm kein ausgewiesener Wasserschutz trockene Innenräume
IP21 Schutz gegen Fremdkörper ab 12,5 mm senkrechtes Tropfwasser besondere geschützte Innenbereiche
IP23 Schutz gegen Fremdkörper ab 12,5 mm Sprühwasser geschützte Anwendungen nach Herstellerfreigabe
IP44 Schutz gegen Fremdkörper ab 1 mm Spritzwasser Feuchtraumbereiche und geschützte Außenanwendungen
IP54 staubgeschützt Spritzwasser Keller, Garage, Werkstatt und ähnliche Bereiche
IP55 staubgeschützt Strahlwasser stärker wasserbelastete Anwendungen
IP65 staubdicht Strahlwasser viele exponierte Außen- und Gewerbeanwendungen
IP66 staubdicht starkes Strahlwasser stärker exponierte Bereiche
IP67 staubdicht zeitweiliges Untertauchen Produkte mit entsprechender Freigabe für mögliche Wasserbelastung
IP68 staubdicht dauerndes Untertauchen unter festgelegten Bedingungen spezielle Unterwasseranwendungen nach Herstellerangabe
 
Die Tabelle zeigt keine pauschale Freigabe für einen Montageort

Zusätzlich zur IP-Schutzart müssen Spannung, Anschlussart, Umgebungstemperatur, UV-Beständigkeit, mechanische Belastung, Material und Herstellerfreigabe zur Anwendung passen.

Typisch für trockene Innenräume

Was bedeutet IP20?

IP20 bietet einen Berührungsschutz gegen Finger beziehungsweise feste Fremdkörper ab 12,5 mm. Ein definierter Schutz gegen Wasser ist nicht vorhanden.

Geeignete Umgebung

Trockene Innenbereiche

  • Wohnzimmer
  • Schlafzimmer
  • Büro
  • trockener Flur
  • vergleichbare geschützte Innenbereiche
Nicht ausreichend

Bei relevanter Wasserbelastung

  • direktes Spritzwasser
  • ungeschützter Außenbereich
  • stark feuchte Umgebung
  • Nassreinigung
  • Montageorte mit Kondenswasser
Eine der häufigsten Schutzarten

Was bedeutet IP44?

IP44 schützt gegen feste Fremdkörper ab 1 mm und gegen Spritzwasser aus verschiedenen Richtungen.

01

Feuchtraum-Aufputzprogramm

Viele Schalter, Steckdosen und Kombinationen für Keller, Garage oder Waschküche besitzen IP44.

02

Überdachter Außenbereich

IP44 kann bei einem ausreichend geschützten Montageort geeignet sein, wenn keine stärkere Wasserbelastung zu erwarten ist.

03

Badezimmer

IP44 wird häufig bei geeigneten Betriebsmitteln in bestimmten Badbereichen eingesetzt. Der Schutzbereich muss jedoch zusätzlich berücksichtigt werden.

04

Steckdosen mit Klappdeckel

Die angegebene Schutzart gilt nur bei korrekter Montage und in den vom Hersteller definierten Betriebszuständen.

 
IP44 bedeutet nicht automatisch „für draußen geeignet“

Ein Außenprodukt muss zusätzlich gegen die tatsächlichen Umgebungsbedingungen geeignet sein. UV-Strahlung, Frost, Temperatur, direkte Bewitterung und Materialbeständigkeit werden durch die IP-Kennzeichnung allein nicht beschrieben.

Zusätzlicher Schutz gegen Staub

Was ist der Unterschied zwischen IP54 und IP55?

IP54

Staubgeschützt + Spritzwasser

  • Staub darf nicht schädigend eindringen
  • Schutz gegen Spritzwasser
  • häufig bei robusten Betriebsmitteln
  • Werkstatt und Garage je nach Anwendung
IP55

Staubgeschützt + Strahlwasser

  • gleicher Staubschutz wie IP54
  • höherer Wasserschutz
  • Schutz gegen Strahlwasser
  • für entsprechend stärkere Wasserbelastung
Der Unterschied liegt hier in der zweiten Ziffer

Die erste Ziffer 5 ist bei beiden Schutzarten identisch. IP55 wurde jedoch gegen eine stärkere Wassereinwirkung geprüft als IP54.

Staubdicht und gegen Wasserstrahlen geschützt

Was bedeuten IP65 und IP66?

IP65

Staubdicht + Strahlwasser

IP65 wird häufig bei Außenleuchten, Feuchtraumleuchten, Gehäusen und elektrischen Betriebsmitteln für stärker belastete Umgebungen eingesetzt.

  • staubdicht
  • Schutz gegen Strahlwasser
  • für viele Außenanwendungen interessant
  • Herstellerfreigabe für außen trotzdem prüfen
IP66

Staubdicht + starkes Strahlwasser

IP66 bietet gegenüber IP65 einen höheren Schutz bei der entsprechenden Strahlwasserprüfung.

  • staubdicht
  • stärkerer Wasserschutz
  • für exponiertere Anwendungen
  • kein automatischer Unterwasserschutz
 
IP65 ist ein guter Schutzgrad – aber kein Synonym für „wetterfest“

Ob ein Produkt dauerhaft an einer ungeschützten Fassade oder im Garten eingesetzt werden darf, ergibt sich aus der gesamten Produktfreigabe und nicht ausschließlich aus der IP-Kennzeichnung.

Untertauchen unter definierten Bedingungen

Was bedeuten IP67 und IP68?

IP67

Zeitweiliges Untertauchen

IP67 bedeutet staubdicht und Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen unter den für die Prüfung festgelegten Bedingungen.

  • staubdicht
  • Prüfung gegen zeitweiliges Untertauchen
  • kein pauschaler Dauer-Unterwasserschutz
  • Montage- und Herstellerangaben beachten
IP68

Dauerndes Untertauchen

Bei IP68 werden die konkreten Bedingungen für das dauernde Untertauchen zwischen Normanforderung und Herstellerangaben festgelegt.

  • staubdicht
  • für längeres Untertauchen vorgesehen
  • zulässige Tiefe beachten
  • zulässige Betriebsbedingungen beachten
  • nicht automatisch für jeden Pool oder Teich geeignet
 
IP68 heißt nicht „unbegrenzt wasserdicht“

Maximale Tiefe, Dauer, Wassertemperatur und weitere Bedingungen ergeben sich aus der Produktfreigabe. Für Pool, Teich oder andere Bereiche im Wasser gelten zusätzlich besondere elektrotechnische Anforderungen.

IP67 ist auch kein Freibrief für Bodenleuchten in stehendem Wasser

Eine Bodenleuchte kann trotz IP67 ungeeignet sein, wenn Wasser dauerhaft im Einbaugehäuse steht. Entwässerung, Untergrund und Montagevorgaben des Herstellers müssen berücksichtigt werden.

Eine Kennziffer wurde nicht angegeben

Was bedeutet das X bei IPX4 oder IP6X?

Ein X ersetzt eine Kennziffer, wenn für diese Stelle kein Schutzgrad angegeben wird.

IPX4

Nur der Wasserschutz wird angegeben

Die Ziffer 4 beschreibt den Schutz gegen Spritzwasser. Aus dem X lässt sich kein bestimmter Fremdkörper- oder Staubschutz ableiten.

IP6X

Nur der Staubschutz wird angegeben

Die Ziffer 6 beschreibt ein staubdichtes Gehäuse. Über den Wasserschutz macht diese Kennzeichnung allein keine Aussage.

X bedeutet nicht automatisch „das Produkt besitzt keinen Schutz“

Es bedeutet lediglich, dass an dieser Stelle innerhalb der angegebenen IP-Kennzeichnung kein Schutzgrad spezifiziert ist.

Die drei besonders häufig gesuchten Schutzarten

IP44 vs. IP65 vs. IP67

IP44

Spritzwasserschutz

  • Fremdkörper ab 1 mm
  • Spritzwasser
  • häufig bei Feuchtraum-Schaltern
  • häufig bei geschützten Außenprodukten
  • kein Strahlwasserschutz
IP65

Staubdicht + Strahlwasser

  • vollständiger Staubschutz
  • Schutz gegen Strahlwasser
  • häufig bei Außenleuchten
  • geeignet für stärker belastete Umgebungen
  • kein definierter Unterwasserschutz
IP67

Staubdicht + zeitweiliges Untertauchen

  • vollständiger Staubschutz
  • Schutz bei zeitweiligem Untertauchen
  • für besondere Anwendungen
  • kein unbegrenzter Unterwasserschutz
  • Herstellerbedingungen entscheidend
 
Nicht einfach die höchste IP-Zahl kaufen

Wähle die Schutzart passend zur tatsächlichen Belastung. Ein Produkt muss außerdem für Montageort, Temperatur, UV-Strahlung, Spannung und mechanische Beanspruchung geeignet sein.

Schutzbereich und IP-Klasse gemeinsam betrachten

Welche IP-Schutzart braucht man im Badezimmer?

Im Badezimmer entscheidet nicht allein die allgemeine Raumfeuchtigkeit. Rund um Badewanne und Dusche gelten besondere Schutzbereiche, für die zusätzliche elektrische Anforderungen bestehen.

01

Bereich 0

Hier können Betriebsmittel direkt mit Wasser in Kontakt kommen. Es gelten besonders strenge Anforderungen an Spannung, Schutzart und Gerätefreigabe.

02

Bereich 1

Im unmittelbaren Bereich von Badewanne oder Dusche sind nur entsprechend geeignete und zulässige Betriebsmittel erlaubt.

03

Bereich 2

Auch im angrenzenden Bereich können besondere Anforderungen durch Spritzwasser und die Nähe zu Badewanne oder Dusche bestehen.

04

Außerhalb der Bereiche

Hier gelten die allgemeinen Installationsanforderungen sowie die tatsächlich vorhandene Feuchtigkeits- und Wasserbelastung.

 
IP44 allein macht ein Produkt nicht automatisch im Bad zulässig

Neben der Schutzart müssen Schutzbereich, Betriebsspannung, Geräteart, Anschluss, Montageposition und Herstellerangaben berücksichtigt werden.

IPX4 beschreibt nur den Wasserschutz

Bei bestimmten Badezimmeranwendungen wird ein Schutz gegen Spritzwasser gefordert. Ob daraus beispielsweise ein Produkt mit IP44, IP54 oder einer anderen vollständigen Kennzeichnung gewählt wird, hängt vom jeweiligen Betriebsmittel ab.

Regen ist nur ein Teil der Außenbelastung

Welche IP-Schutzart braucht man im Außenbereich?

Im Außenbereich können Regen, Wind, Staub, Kondensation, Frost, UV-Strahlung und Temperaturwechsel auftreten. Die notwendige Schutzart hängt deshalb stark vom konkreten Montageort ab.

Geschützt

Unter Vordach oder Carport

Wenn das Produkt zuverlässig vor direkter Bewitterung geschützt ist, kann je nach Einbausituation beispielsweise IP44 ausreichend sein.

  • kein direkt auftreffender Regen
  • keine Wasserstrahlreinigung
  • Montageposition geschützt
  • Produkt ausdrücklich für außen geeignet
Exponiert

Fassade, Garten oder Einfahrt

Bei direkter Bewitterung ist häufig ein höherer Schutzgrad sinnvoll beziehungsweise erforderlich.

  • direkter Regen möglich
  • Wind kann Wasser gegen das Gehäuse drücken
  • Staub und Schmutz
  • IP65 häufig bei dafür ausgelegten Produkten
Boden

Bodeneinbau und Bodennähe

Hier können Wasser, Schmutz und zeitweise Staunässe besonders kritisch sein.

  • Entwässerung sicherstellen
  • mechanische Belastbarkeit prüfen
  • Einbaugehäuse berücksichtigen
  • nur ausdrücklich geeignete Produkte verwenden
 
Die IP-Schutzart sagt nichts über UV-Beständigkeit aus

Ein Gehäuse kann beispielsweise IP65 besitzen und trotzdem nicht für dauerhafte Sonneneinstrahlung geeignet sein. Für Außenanwendungen muss das gesamte Produkt entsprechend freigegeben sein.

Feuchte, Staub und Nutzung berücksichtigen

Welche IP-Schutzart für Keller, Garage und Werkstatt?

01

Trockener Keller

In einem trockenen, beheizten Keller können je nach Nutzung ähnliche Bedingungen wie in anderen trockenen Innenräumen vorliegen.

02

Feuchter Keller

Bei Kondensation oder erhöhter Feuchtigkeit können robustere Feuchtraumprodukte sinnvoll sein.

03

Garage

Temperaturwechsel, Staub, Feuchtigkeit und mechanische Beanspruchung sollten gemeinsam berücksichtigt werden.

04

Werkstatt

Staub, Späne und mögliche Reinigung können einen erhöhten Fremdkörper- und Wasserschutz erforderlich machen.

05

Waschküche

Wasseranschlüsse allein bestimmen die Schutzart nicht. Spritzwasser, Reinigung und Kondensation müssen beurteilt werden.

06

Technikraum

Art der technischen Anlagen, Staub, Luftfeuchtigkeit und mögliche Leckagen beeinflussen die Produktauswahl.

Schritt für Schritt zur passenden Schutzart

Wie wähle ich die richtige IP-Schutzart aus?

01

Montageort bestimmen

Innen, außen, überdacht, ungeschützt, an der Wand, an der Decke oder im Boden?

02

Staubbelastung beurteilen

Handelt es sich um einen sauberen Wohnraum, eine staubige Werkstatt oder eine industrielle Umgebung?

03

Wassereinwirkung bestimmen

Ist nur Luftfeuchtigkeit vorhanden oder können Tropfen, Spritzwasser, Wasserstrahlen oder sogar Untertauchen auftreten?

04

Reinigung berücksichtigen

Wird nur trocken gereinigt oder kann das Produkt mit Wasser beziehungsweise einem Wasserstrahl gereinigt werden?

05

Weitere Umwelteinflüsse prüfen

UV-Strahlung, Frost, Hitze, Chemikalien, Salz, mechanische Belastung und Korrosion werden nicht vollständig über den IP-Code beschrieben.

06

Herstellerfreigabe kontrollieren

Die angegebene Schutzart muss zusammen mit dem vorgesehenen Montageort und der Produktbeschreibung betrachtet werden.

Die richtige Frage lautet nicht: „Welche IP-Zahl ist die höchste?“

Entscheidend ist: Welche Belastungen treten an meinem konkreten Montageort auf und für welche davon wurde das Produkt ausgelegt?

Schutzart nicht überschätzen

Typische Fehler bei der Auswahl der IP-Schutzart

01

IP44 pauschal mit „außentauglich“ gleichsetzen

Direkte Bewitterung, UV-Strahlung und Temperatur werden nicht berücksichtigt.

02

IP65 automatisch für jeden Außenbereich wählen

Der tatsächliche Montageort und weitere Materialeigenschaften werden ignoriert.

03

IP67 mit dauerhaft wasserdicht verwechseln

Zeitweiliges Untertauchen wird fälschlich mit unbegrenztem Unterwassereinsatz gleichgesetzt.

04

IP68 ohne Herstellerangaben beurteilen

Zulässige Tiefe und Bedingungen werden nicht geprüft.

05

Nur auf die zweite Ziffer schauen

Staub- und Fremdkörperschutz werden bei Werkstatt oder Außenanwendung übersehen.

06

Schutzart nach Montage verändern

Falsch eingesetzte Leitungsverschraubungen oder beschädigte Dichtungen können den vorgesehenen Schutz beeinträchtigen.

07

Klappdeckel überschätzen

Eine Steckdose besitzt im geöffneten beziehungsweise benutzten Zustand möglicherweise andere Schutzbedingungen.

08

IP mit mechanischer Festigkeit verwechseln

Stoß- und Schlagfestigkeit werden über andere Eigenschaften beziehungsweise Kennzeichnungen beschrieben.

Vor dem Kauf kurz überprüfen

IP-Schutzart Checkliste

Umgebung

Welche Belastung tritt auf?

  • Innen oder außen?
  • überdacht oder direkt bewittert?
  • trocken oder feucht?
  • Staub oder Schmutz vorhanden?
  • Spritzwasser möglich?
  • Wasserstrahl möglich?
  • zeitweiliges Untertauchen möglich?
  • besondere Reinigung?
Produkt

Ist das Betriebsmittel wirklich geeignet?

  • passende IP-Schutzart?
  • für Außenbetrieb freigegeben?
  • UV-beständig?
  • Temperaturbereich passend?
  • Montageart zulässig?
  • Leitungseinführungen korrekt?
  • Dichtungen vollständig?
  • Herstellerangaben gelesen?
Häufige Fragen verständlich beantwortet

Fragen zu IP-Schutzarten

Was bedeutet IP bei Elektrogeräten?

Die IP-Kennzeichnung beschreibt den Schutz eines Gehäuses gegen feste Fremdkörper beziehungsweise Berührung und gegen Wasser. Die erste Ziffer betrifft feste Fremdkörper, die zweite Ziffer Wasser.

Was bedeutet IP44?

IP44 bedeutet Schutz gegen feste Fremdkörper ab 1 Millimeter und Schutz gegen Spritzwasser aus verschiedenen Richtungen.

Was bedeutet IP54?

IP54 bedeutet staubgeschützt und gegen Spritzwasser geschützt. Staub darf nicht in einer Menge eindringen, die den sicheren Betrieb beeinträchtigt.

Was bedeutet IP65?

IP65 bedeutet staubdicht und Schutz gegen Strahlwasser. Die Schutzart wird deshalb häufig bei dafür vorgesehenen Außen- und Gewerbeprodukten eingesetzt.

Was bedeutet IP67?

IP67 bedeutet staubdicht und Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen unter definierten Prüfbedingungen. Es bedeutet nicht unbegrenzte Wasserdichtheit.

Was bedeutet IP68?

IP68 bedeutet staubdicht und für dauerndes Untertauchen unter festgelegten Bedingungen geeignet. Tiefe, Dauer und weitere Bedingungen müssen den Herstellerangaben entnommen werden.

Was bedeutet das X bei IPX4?

Das X bedeutet, dass für die erste Stelle kein Schutzgrad angegeben wird. IPX4 macht deshalb eine Aussage über den Wasserschutz, aber keine konkrete Aussage über den Fremdkörper- beziehungsweise Staubschutz.

Ist IP65 besser als IP44?

IP65 besitzt einen höheren Staub- und Wasserschutz als IP44. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass IP65 für jede Anwendung besser geeignet ist. Entscheidend sind Montageort und Herstellerfreigabe.

Ist IP67 besser als IP65?

Nicht grundsätzlich. IP65 beschreibt Schutz gegen Strahlwasser, IP67 Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen. Die Prüfungen betreffen unterschiedliche Belastungen. Deshalb muss die Schutzart passend zur Anwendung ausgewählt werden.

Reicht IP44 für den Außenbereich?

Bei einem ausreichend geschützten Montageort unter einem Vordach oder Carport kann IP44 je nach Produkt und Situation ausreichend sein. Bei direkter Bewitterung können höhere Anforderungen bestehen. Das Produkt muss ausdrücklich für den Außenbereich geeignet sein.

Welche IP-Schutzart ist für Außenleuchten geeignet?

Das hängt von der Montageposition ab. Eine geschützte Leuchte unter einem Vordach kann andere Anforderungen haben als eine frei stehende Garten- oder Fassadenleuchte. IP44, IP54, IP65 oder höhere Schutzarten kommen je nach Belastung infrage.

Welche IP-Schutzart brauche ich im Badezimmer?

Die erforderliche Schutzart hängt vom elektrischen Schutzbereich rund um Badewanne oder Dusche und von der möglichen Wassereinwirkung ab. Eine IP-Zahl allein entscheidet nicht über die Zulässigkeit.

Kann eine IP67-Leuchte dauerhaft im Wasser liegen?

Nein. IP67 beschreibt zeitweiliges Untertauchen unter definierten Bedingungen. Für dauernden Unterwassereinsatz ist ein ausdrücklich dafür vorgesehenes Produkt erforderlich.

Ist IP68 immer wasserdicht?

IP68 beschreibt Schutz beim dauernden Untertauchen unter festgelegten Bedingungen. Wie tief und unter welchen Bedingungen das Produkt verwendet werden darf, legt der Hersteller fest.

Ist IP65 automatisch UV-beständig?

Nein. Die IP-Schutzart beschreibt keinen UV-Schutz. Ein Produkt für den dauerhaften Außenbetrieb muss zusätzlich für Sonneneinstrahlung und die auftretenden Temperaturen geeignet sein.

Gilt die IP-Schutzart auch nach der Montage?

Nur wenn das Produkt entsprechend den Herstellerangaben vollständig und korrekt montiert wurde. Dichtungen, Deckel, Verschraubungen und Leitungseinführungen müssen ordnungsgemäß ausgeführt sein.

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Wähle Schalter, Steckdosen, Leuchten und Installationsmaterial passend zu Montageort und Umgebungsbedingungen. Achte dabei nicht nur auf die IP-Zahl, sondern immer auf die vollständige Produktfreigabe.

Wichtiger Hinweis

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und Produktauswahl. Die IP-Schutzart beschreibt definierte Eigenschaften eines Gehäuses unter festgelegten Prüfbedingungen und stellt keine pauschale Freigabe für einen bestimmten Montageort dar. Zusätzlich müssen unter anderem elektrische Schutzbereiche, Herstellerangaben, Montageart, Umgebungstemperatur, UV-Belastung und weitere Umwelteinflüsse berücksichtigt werden. Planung, Anschluss und Prüfung fest installierter elektrischer Betriebsmittel müssen entsprechend den geltenden gesetzlichen Vorgaben und technischen Regeln durch entsprechend qualifizierte beziehungsweise berechtigte Fachpersonen erfolgen.

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