Trockene Innenbereiche
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IP44, IP54, IP65 oder IP67 – die IP-Schutzart zeigt, wie gut ein elektrisches Betriebsmittel gegen feste Fremdkörper, Berührung und Wasser geschützt ist. Erfahre, was die beiden Ziffern bedeuten und welche Schutzart für Badezimmer, Keller, Garage, Garten und Außenbereich geeignet sein kann.
Die IP-Kennzeichnung beschreibt den Schutz eines Gehäuses gegen das Eindringen fester Fremdkörper beziehungsweise gegen gefährliche Berührung sowie gegen Wasser.
Nach den Buchstaben IP folgen normalerweise zwei Kennziffern. Die erste Ziffer beschreibt den Schutz gegen feste Fremdkörper und Berührung, die zweite Ziffer den Schutz gegen Wasser.
IP 6 5
Beide Ziffern müssen immer getrennt betrachtet werden.
Die IP-Kennzeichnung ist in IEC beziehungsweise EN 60529 definiert. Für die praktische Produktauswahl ist entscheidend, welchen Schutzgrad die einzelnen Kennziffern tatsächlich beschreiben.
Die erste Kennziffer reicht von 0 bis 6. Mit steigender Zahl nimmt der Schutz gegen das Eindringen fester Fremdkörper zu.
| 1. Ziffer | Schutz gegen feste Fremdkörper | Vereinfachte Bedeutung |
|---|---|---|
| 0 | kein ausgewiesener Schutz | kein definierter Fremdkörperschutz |
| 1 | ab 50 mm | Schutz gegen große Fremdkörper |
| 2 | ab 12,5 mm | unter anderem Fingerschutz |
| 3 | ab 2,5 mm | Schutz gegen größere Werkzeuge und Fremdkörper |
| 4 | ab 1 mm | Schutz gegen kleine feste Fremdkörper |
| 5 | staubgeschützt | Staub kann nicht in schädigender Menge eindringen |
| 6 | staubdicht | vollständiger Schutz gegen Staubeintritt unter den Prüfbedingungen |
Bei IP5X darf Staub unter den definierten Bedingungen nicht in einer Menge eindringen, die den sicheren Betrieb beeinträchtigt. IP6X bezeichnet dagegen die höchste Stufe des Staubschutzes innerhalb dieser Kennzeichnung.
Die zweite Kennziffer beschreibt, gegen welche Form der Wassereinwirkung ein Gehäuse geprüft wurde.
| 2. Ziffer | Wasserschutz | Vereinfachte Bedeutung |
|---|---|---|
| 0 | kein ausgewiesener Schutz | kein definierter Wasserschutz |
| 1 | Tropfwasser | senkrecht fallende Tropfen |
| 2 | Tropfwasser bei geneigtem Gehäuse | erweiterter Tropfwasserschutz |
| 3 | Sprühwasser | Wasser aus definierten Richtungen |
| 4 | Spritzwasser | Wasser aus verschiedenen Richtungen |
| 5 | Strahlwasser | Wasserstrahl aus einer Düse |
| 6 | starkes Strahlwasser | stärkere Wasserstrahlen |
| 7 | zeitweiliges Untertauchen | Untertauchen unter definierten Prüfbedingungen |
| 8 | dauerndes Untertauchen | Bedingungen werden mit dem Hersteller festgelegt |
| 9 | Hochdruck- und Hochtemperatur-Strahlwasser | besondere Anwendungen und Reinigungsverfahren |
Besonders beim Übergang zu IPX7 und IPX8 sollte die Kennzeichnung genau geprüft werden. Schutz gegen Untertauchen bedeutet nicht automatisch, dass das Produkt auch für starke Wasserstrahlen vorgesehen ist.
| IP | Fremdkörper / Staub | Wasser | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|
| IP20 | Schutz gegen Fremdkörper ab 12,5 mm | kein ausgewiesener Wasserschutz | trockene Innenräume |
| IP21 | Schutz gegen Fremdkörper ab 12,5 mm | senkrechtes Tropfwasser | besondere geschützte Innenbereiche |
| IP23 | Schutz gegen Fremdkörper ab 12,5 mm | Sprühwasser | geschützte Anwendungen nach Herstellerfreigabe |
| IP44 | Schutz gegen Fremdkörper ab 1 mm | Spritzwasser | Feuchtraumbereiche und geschützte Außenanwendungen |
| IP54 | staubgeschützt | Spritzwasser | Keller, Garage, Werkstatt und ähnliche Bereiche |
| IP55 | staubgeschützt | Strahlwasser | stärker wasserbelastete Anwendungen |
| IP65 | staubdicht | Strahlwasser | viele exponierte Außen- und Gewerbeanwendungen |
| IP66 | staubdicht | starkes Strahlwasser | stärker exponierte Bereiche |
| IP67 | staubdicht | zeitweiliges Untertauchen | Produkte mit entsprechender Freigabe für mögliche Wasserbelastung |
| IP68 | staubdicht | dauerndes Untertauchen unter festgelegten Bedingungen | spezielle Unterwasseranwendungen nach Herstellerangabe |
Zusätzlich zur IP-Schutzart müssen Spannung, Anschlussart, Umgebungstemperatur, UV-Beständigkeit, mechanische Belastung, Material und Herstellerfreigabe zur Anwendung passen.
IP20 bietet einen Berührungsschutz gegen Finger beziehungsweise feste Fremdkörper ab 12,5 mm. Ein definierter Schutz gegen Wasser ist nicht vorhanden.
IP44 schützt gegen feste Fremdkörper ab 1 mm und gegen Spritzwasser aus verschiedenen Richtungen.
Viele Schalter, Steckdosen und Kombinationen für Keller, Garage oder Waschküche besitzen IP44.
IP44 kann bei einem ausreichend geschützten Montageort geeignet sein, wenn keine stärkere Wasserbelastung zu erwarten ist.
IP44 wird häufig bei geeigneten Betriebsmitteln in bestimmten Badbereichen eingesetzt. Der Schutzbereich muss jedoch zusätzlich berücksichtigt werden.
Die angegebene Schutzart gilt nur bei korrekter Montage und in den vom Hersteller definierten Betriebszuständen.
Ein Außenprodukt muss zusätzlich gegen die tatsächlichen Umgebungsbedingungen geeignet sein. UV-Strahlung, Frost, Temperatur, direkte Bewitterung und Materialbeständigkeit werden durch die IP-Kennzeichnung allein nicht beschrieben.
Die erste Ziffer 5 ist bei beiden Schutzarten identisch. IP55 wurde jedoch gegen eine stärkere Wassereinwirkung geprüft als IP54.
IP65 wird häufig bei Außenleuchten, Feuchtraumleuchten, Gehäusen und elektrischen Betriebsmitteln für stärker belastete Umgebungen eingesetzt.
IP66 bietet gegenüber IP65 einen höheren Schutz bei der entsprechenden Strahlwasserprüfung.
Ob ein Produkt dauerhaft an einer ungeschützten Fassade oder im Garten eingesetzt werden darf, ergibt sich aus der gesamten Produktfreigabe und nicht ausschließlich aus der IP-Kennzeichnung.
IP67 bedeutet staubdicht und Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen unter den für die Prüfung festgelegten Bedingungen.
Bei IP68 werden die konkreten Bedingungen für das dauernde Untertauchen zwischen Normanforderung und Herstellerangaben festgelegt.
Maximale Tiefe, Dauer, Wassertemperatur und weitere Bedingungen ergeben sich aus der Produktfreigabe. Für Pool, Teich oder andere Bereiche im Wasser gelten zusätzlich besondere elektrotechnische Anforderungen.
Eine Bodenleuchte kann trotz IP67 ungeeignet sein, wenn Wasser dauerhaft im Einbaugehäuse steht. Entwässerung, Untergrund und Montagevorgaben des Herstellers müssen berücksichtigt werden.
Ein X ersetzt eine Kennziffer, wenn für diese Stelle kein Schutzgrad angegeben wird.
Die Ziffer 4 beschreibt den Schutz gegen Spritzwasser. Aus dem X lässt sich kein bestimmter Fremdkörper- oder Staubschutz ableiten.
Die Ziffer 6 beschreibt ein staubdichtes Gehäuse. Über den Wasserschutz macht diese Kennzeichnung allein keine Aussage.
Es bedeutet lediglich, dass an dieser Stelle innerhalb der angegebenen IP-Kennzeichnung kein Schutzgrad spezifiziert ist.
Wähle die Schutzart passend zur tatsächlichen Belastung. Ein Produkt muss außerdem für Montageort, Temperatur, UV-Strahlung, Spannung und mechanische Beanspruchung geeignet sein.
Im Badezimmer entscheidet nicht allein die allgemeine Raumfeuchtigkeit. Rund um Badewanne und Dusche gelten besondere Schutzbereiche, für die zusätzliche elektrische Anforderungen bestehen.
Hier können Betriebsmittel direkt mit Wasser in Kontakt kommen. Es gelten besonders strenge Anforderungen an Spannung, Schutzart und Gerätefreigabe.
Im unmittelbaren Bereich von Badewanne oder Dusche sind nur entsprechend geeignete und zulässige Betriebsmittel erlaubt.
Auch im angrenzenden Bereich können besondere Anforderungen durch Spritzwasser und die Nähe zu Badewanne oder Dusche bestehen.
Hier gelten die allgemeinen Installationsanforderungen sowie die tatsächlich vorhandene Feuchtigkeits- und Wasserbelastung.
Neben der Schutzart müssen Schutzbereich, Betriebsspannung, Geräteart, Anschluss, Montageposition und Herstellerangaben berücksichtigt werden.
Bei bestimmten Badezimmeranwendungen wird ein Schutz gegen Spritzwasser gefordert. Ob daraus beispielsweise ein Produkt mit IP44, IP54 oder einer anderen vollständigen Kennzeichnung gewählt wird, hängt vom jeweiligen Betriebsmittel ab.
Im Außenbereich können Regen, Wind, Staub, Kondensation, Frost, UV-Strahlung und Temperaturwechsel auftreten. Die notwendige Schutzart hängt deshalb stark vom konkreten Montageort ab.
Wenn das Produkt zuverlässig vor direkter Bewitterung geschützt ist, kann je nach Einbausituation beispielsweise IP44 ausreichend sein.
Bei direkter Bewitterung ist häufig ein höherer Schutzgrad sinnvoll beziehungsweise erforderlich.
Hier können Wasser, Schmutz und zeitweise Staunässe besonders kritisch sein.
Ein Gehäuse kann beispielsweise IP65 besitzen und trotzdem nicht für dauerhafte Sonneneinstrahlung geeignet sein. Für Außenanwendungen muss das gesamte Produkt entsprechend freigegeben sein.
In einem trockenen, beheizten Keller können je nach Nutzung ähnliche Bedingungen wie in anderen trockenen Innenräumen vorliegen.
Bei Kondensation oder erhöhter Feuchtigkeit können robustere Feuchtraumprodukte sinnvoll sein.
Temperaturwechsel, Staub, Feuchtigkeit und mechanische Beanspruchung sollten gemeinsam berücksichtigt werden.
Staub, Späne und mögliche Reinigung können einen erhöhten Fremdkörper- und Wasserschutz erforderlich machen.
Wasseranschlüsse allein bestimmen die Schutzart nicht. Spritzwasser, Reinigung und Kondensation müssen beurteilt werden.
Art der technischen Anlagen, Staub, Luftfeuchtigkeit und mögliche Leckagen beeinflussen die Produktauswahl.
Innen, außen, überdacht, ungeschützt, an der Wand, an der Decke oder im Boden?
Handelt es sich um einen sauberen Wohnraum, eine staubige Werkstatt oder eine industrielle Umgebung?
Ist nur Luftfeuchtigkeit vorhanden oder können Tropfen, Spritzwasser, Wasserstrahlen oder sogar Untertauchen auftreten?
Wird nur trocken gereinigt oder kann das Produkt mit Wasser beziehungsweise einem Wasserstrahl gereinigt werden?
UV-Strahlung, Frost, Hitze, Chemikalien, Salz, mechanische Belastung und Korrosion werden nicht vollständig über den IP-Code beschrieben.
Die angegebene Schutzart muss zusammen mit dem vorgesehenen Montageort und der Produktbeschreibung betrachtet werden.
Entscheidend ist: Welche Belastungen treten an meinem konkreten Montageort auf und für welche davon wurde das Produkt ausgelegt?
Direkte Bewitterung, UV-Strahlung und Temperatur werden nicht berücksichtigt.
Der tatsächliche Montageort und weitere Materialeigenschaften werden ignoriert.
Zeitweiliges Untertauchen wird fälschlich mit unbegrenztem Unterwassereinsatz gleichgesetzt.
Zulässige Tiefe und Bedingungen werden nicht geprüft.
Staub- und Fremdkörperschutz werden bei Werkstatt oder Außenanwendung übersehen.
Falsch eingesetzte Leitungsverschraubungen oder beschädigte Dichtungen können den vorgesehenen Schutz beeinträchtigen.
Eine Steckdose besitzt im geöffneten beziehungsweise benutzten Zustand möglicherweise andere Schutzbedingungen.
Stoß- und Schlagfestigkeit werden über andere Eigenschaften beziehungsweise Kennzeichnungen beschrieben.
Die IP-Kennzeichnung beschreibt den Schutz eines Gehäuses gegen feste Fremdkörper beziehungsweise Berührung und gegen Wasser. Die erste Ziffer betrifft feste Fremdkörper, die zweite Ziffer Wasser.
IP44 bedeutet Schutz gegen feste Fremdkörper ab 1 Millimeter und Schutz gegen Spritzwasser aus verschiedenen Richtungen.
IP54 bedeutet staubgeschützt und gegen Spritzwasser geschützt. Staub darf nicht in einer Menge eindringen, die den sicheren Betrieb beeinträchtigt.
IP65 bedeutet staubdicht und Schutz gegen Strahlwasser. Die Schutzart wird deshalb häufig bei dafür vorgesehenen Außen- und Gewerbeprodukten eingesetzt.
IP67 bedeutet staubdicht und Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen unter definierten Prüfbedingungen. Es bedeutet nicht unbegrenzte Wasserdichtheit.
IP68 bedeutet staubdicht und für dauerndes Untertauchen unter festgelegten Bedingungen geeignet. Tiefe, Dauer und weitere Bedingungen müssen den Herstellerangaben entnommen werden.
Das X bedeutet, dass für die erste Stelle kein Schutzgrad angegeben wird. IPX4 macht deshalb eine Aussage über den Wasserschutz, aber keine konkrete Aussage über den Fremdkörper- beziehungsweise Staubschutz.
IP65 besitzt einen höheren Staub- und Wasserschutz als IP44. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass IP65 für jede Anwendung besser geeignet ist. Entscheidend sind Montageort und Herstellerfreigabe.
Nicht grundsätzlich. IP65 beschreibt Schutz gegen Strahlwasser, IP67 Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen. Die Prüfungen betreffen unterschiedliche Belastungen. Deshalb muss die Schutzart passend zur Anwendung ausgewählt werden.
Bei einem ausreichend geschützten Montageort unter einem Vordach oder Carport kann IP44 je nach Produkt und Situation ausreichend sein. Bei direkter Bewitterung können höhere Anforderungen bestehen. Das Produkt muss ausdrücklich für den Außenbereich geeignet sein.
Das hängt von der Montageposition ab. Eine geschützte Leuchte unter einem Vordach kann andere Anforderungen haben als eine frei stehende Garten- oder Fassadenleuchte. IP44, IP54, IP65 oder höhere Schutzarten kommen je nach Belastung infrage.
Die erforderliche Schutzart hängt vom elektrischen Schutzbereich rund um Badewanne oder Dusche und von der möglichen Wassereinwirkung ab. Eine IP-Zahl allein entscheidet nicht über die Zulässigkeit.
Nein. IP67 beschreibt zeitweiliges Untertauchen unter definierten Bedingungen. Für dauernden Unterwassereinsatz ist ein ausdrücklich dafür vorgesehenes Produkt erforderlich.
IP68 beschreibt Schutz beim dauernden Untertauchen unter festgelegten Bedingungen. Wie tief und unter welchen Bedingungen das Produkt verwendet werden darf, legt der Hersteller fest.
Nein. Die IP-Schutzart beschreibt keinen UV-Schutz. Ein Produkt für den dauerhaften Außenbetrieb muss zusätzlich für Sonneneinstrahlung und die auftretenden Temperaturen geeignet sein.
Nur wenn das Produkt entsprechend den Herstellerangaben vollständig und korrekt montiert wurde. Dichtungen, Deckel, Verschraubungen und Leitungseinführungen müssen ordnungsgemäß ausgeführt sein.
Wähle Schalter, Steckdosen, Leuchten und Installationsmaterial passend zu Montageort und Umgebungsbedingungen. Achte dabei nicht nur auf die IP-Zahl, sondern immer auf die vollständige Produktfreigabe.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und Produktauswahl. Die IP-Schutzart beschreibt definierte Eigenschaften eines Gehäuses unter festgelegten Prüfbedingungen und stellt keine pauschale Freigabe für einen bestimmten Montageort dar. Zusätzlich müssen unter anderem elektrische Schutzbereiche, Herstellerangaben, Montageart, Umgebungstemperatur, UV-Belastung und weitere Umwelteinflüsse berücksichtigt werden. Planung, Anschluss und Prüfung fest installierter elektrischer Betriebsmittel müssen entsprechend den geltenden gesetzlichen Vorgaben und technischen Regeln durch entsprechend qualifizierte beziehungsweise berechtigte Fachpersonen erfolgen.
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