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Fehlerstromschutz richtig planen

FI-Schalter richtig auswählen: Typ A, F und B verständlich erklärt

Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen sind ein wesentlicher Bestandteil moderner Elektroinstallationen. Erfahre, wie ein FI-Schalter funktioniert, worin sich Typ A, F und B unterscheiden und warum Auswahl, Einbau und Prüfung immer auf die gesamte Anlage abgestimmt werden müssen.

Das Wichtigste auf einen Blick
  • FI-Schalter erkennen bestimmte Fehlerströme
  • Typ A, F und B reagieren auf unterschiedliche Stromformen
  • Auslösestrom und Bemessungsstrom sind nicht dasselbe
  • Auswahl, Anschluss und Prüfung gehören in Fachhände
Unterputzverteiler mit FI- und Leitungsschutzschaltern
Schutz bei bestimmten Fehlerströmen

Was ist ein FI-Schalter?

Ein FI-Schalter wird fachlich als Fehlerstrom-Schutzeinrichtung oder RCD bezeichnet. Er überwacht, ob über die aktiven Leiter genauso viel Strom zum Verbraucher fließt, wie wieder zurückkommt.

Entsteht eine ausreichend große Differenz, kann ein Teil des Stromes über einen unerwünschten Weg abfließen. Der FI erkennt diesen Fehlerstrom und trennt den überwachten Stromkreis beziehungsweise Anlagenteil.

  • überwacht die Summe der Ströme
  • erkennt bestimmte Fehlerströme
  • schaltet bei Überschreitung seines Grenzwertes ab
  • ergänzt weitere Schutzmaßnahmen
  • muss regelmäßig geprüft werden
 
FI und RCD bedeuten im Alltag meist dasselbe

FI ist die im deutschsprachigen Raum übliche Bezeichnung. RCD steht für „Residual Current Device“ und ist der internationale Sammelbegriff für Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen.

Strom hin und Strom zurück

Wie funktioniert ein FI-Schalter?

Im normalen Betrieb sind die Ströme durch die aktiven Leiter in ihrer Summe ausgeglichen. Fließt ein Teil des Stromes über Erde, ein leitfähiges Gehäuse oder einen anderen unbeabsichtigten Weg ab, entsteht eine Differenz.

01

Strom fließt zum Verbraucher

Der Strom wird über die aktiven Leiter zu einem Gerät oder Stromkreis geführt.

02

Strom fließt wieder zurück

Bei einer fehlerfreien Anlage entspricht der zurückfließende Strom grundsätzlich dem hinfließenden Strom.

03

Ein Fehlerstrom entsteht

Ein Teil des Stromes fließt über einen unerwünschten Weg ab und kehrt nicht über die überwachten Leiter zurück.

04

Der FI erkennt die Differenz

Überschreitet der Differenzstrom den vorgesehenen Wert, spricht die Fehlerstrom-Schutzeinrichtung an.

05

Der Stromkreis wird abgeschaltet

Der FI trennt die überwachten Leiter entsprechend seiner Bauart und der vorhandenen Installation.

 
Ein FI schützt nicht in jeder denkbaren Berührungssituation

Berührt eine Person gleichzeitig zwei aktive Leiter und fließt der Strom vollständig innerhalb des überwachten Stromkreises zurück, muss nicht zwingend eine messbare Differenz entstehen. Ein FI ist deshalb nur ein Bestandteil des gesamten Schutzkonzepts.

Unterschiedliche Schutzaufgaben

Was ist der Unterschied zwischen FI und Leitungsschutzschalter?

FI- und Leitungsschutzschalter übernehmen verschiedene Aufgaben. Ein moderner Stromkreis benötigt in der Regel beide Schutzfunktionen oder eine kombinierte FI/LS-Schutzeinrichtung.

FI / RCD

Schutz bei Fehlerströmen

Ein Fehlerstrom-Schutzschalter überwacht die Differenz der Ströme und schaltet bei einem ausreichend großen Fehlerstrom ab.

  • erkennt bestimmte Fehlerströme
  • zusätzlicher Schutz gegen elektrischen Schlag
  • kann mehrere Stromkreise überwachen
  • schützt nicht automatisch vor Überlast
  • schützt nicht automatisch vor Kurzschluss
LS / MCB

Schutz der Leitung

Ein Leitungsschutzschalter reagiert auf Überlast und Kurzschluss und schützt die angeschlossene Leitung vor unzulässiger Erwärmung.

  • Überlastschutz
  • Kurzschlussschutz
  • Bemessungsstrom passend zur Leitung
  • Auslösecharakteristik beachten
  • kein Ersatz für einen FI-Schalter
FI und LS dürfen nicht miteinander verwechselt werden

Ein FI-Schalter kann trotz einer starken Überlast eingeschaltet bleiben, wenn kein Fehlerstrom entsteht. Ein Leitungsschutzschalter kann wiederum bei einem gefährlichen kleinen Fehlerstrom eingeschaltet bleiben. Beide Schutzfunktionen ergänzen einander.

Unterschiedliche Fehlerstromformen erkennen

FI Typ A, F und B im Vergleich

Elektronische Geräte können neben sinusförmigen Wechselströmen auch pulsierende, frequenzgemischte oder glatte Gleichfehlerströme verursachen. Deshalb gibt es unterschiedliche RCD-Typen.

FI-Typ Erkannte Fehlerstromformen Typische Einsatzgebiete
Typ A sinusförmige Wechsel- und pulsierende Gleichfehlerströme viele übliche Stromkreise in Wohn- und Zweckgebäuden
Typ F wie Typ A sowie zusätzliche Mischfrequenzen bei bestimmten einphasigen Verbrauchern bestimmte Geräte mit einphasigen Frequenzumrichtern
Typ B zusätzlich glatte Gleichfehlerströme und weitere Frequenzbereiche bestimmte Umrichter, Ladeeinrichtungen, PV- und Industrieanwendungen
Typ B+ erweiterte Anforderungen gegenüber Typ B, insbesondere für bestimmte Frequenzbereiche besondere Anlagen- und Brandschutzanforderungen
 
Der teuerste FI ist nicht automatisch die beste Wahl

Der RCD-Typ muss zu den tatsächlich möglichen Fehlerstromformen passen. Eine unnötig breite Ausführung ersetzt keine fachgerechte Anlagenplanung und kann weitere Anforderungen an Koordination und Vorsicherung mit sich bringen.

Der häufig verwendete Standardtyp

FI Typ A

Ein RCD Typ A erkennt sinusförmige Wechselströme sowie pulsierende Gleichfehlerströme. Er wird in vielen klassischen Stromkreisen von Wohn- und Zweckgebäuden eingesetzt.

01

Wohnraumsteckdosen

Typ A ist bei vielen üblichen Steckdosenstromkreisen eine geeignete Lösung, sofern keine besonderen Verbraucher andere Anforderungen verursachen.

02

Beleuchtung

Auch Lichtstromkreise können abhängig von Planung und nationalen Vorgaben über Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen geführt werden.

03

Haushaltsgeräte

Bei vielen klassischen Haushaltsgeräten ist Typ A vorgesehen. Entscheidend bleiben jedoch Herstellerangaben und Schaltungstechnik.

04

Außenstromkreise

Steckdosen und Betriebsmittel im Außenbereich benötigen ein passend geplantes Schutzkonzept.

Typ A ist nicht für jeden elektronischen Verbraucher geeignet

Frequenzumrichter, Ladegeräte, Wechselrichter und andere leistungselektronische Systeme können Fehlerstromformen erzeugen, für die ein anderer RCD-Typ oder eine integrierte Überwachung erforderlich ist.

Für bestimmte einphasige Frequenzumrichter

FI Typ F

Ein RCD Typ F erweitert die Erkennungsfähigkeit gegenüber Typ A. Er ist für bestimmte einphasige Verbraucher mit Frequenzumrichtern und daraus entstehenden Mischfrequenzen vorgesehen.

Mögliche Anwendungen

Elektronisch geregelte Geräte

  • bestimmte Waschmaschinen
  • bestimmte Wärmepumpen
  • Klimageräte
  • einphasige Motorsteuerungen
  • andere Geräte mit einphasigem Frequenzumrichter

Ob Typ F erforderlich ist, ergibt sich aus Herstellerangaben und Anlagenplanung.

Eigenschaften

Erweiterter Frequenzbereich

  • erkennt Fehlerströme wie Typ A
  • erkennt zusätzliche Mischfrequenzen
  • für bestimmte elektronische Verbraucher
  • erhöhte Stoßstromfestigkeit je nach Ausführung
  • kein Ersatz für einen allstromsensitiven Typ B
Nicht jedes moderne Haushaltsgerät benötigt Typ F

Die Verwendung hängt von der internen Schaltung des konkreten Geräts ab. Die Bedienungs- und Installationsanleitung des Herstellers ist deshalb eine wichtige Planungsgrundlage.

Allstromsensitiver Fehlerstromschutz

FI Typ B

Ein RCD Typ B kann neben den Fehlerstromformen von Typ A und F auch glatte Gleichfehlerströme sowie weitere frequenzabhängige Fehlerströme erkennen.

01

Frequenzumrichter

Bestimmte dreiphasige oder leistungsstarke Umrichter können glatte Gleichfehlerströme erzeugen.

02

Ladeeinrichtungen

Je nach Wallbox und integrierter Gleichfehlerstromüberwachung kann Typ B oder eine andere abgestimmte Lösung erforderlich sein.

03

Photovoltaik

Ob ein Typ B benötigt wird, hängt vom Wechselrichter, dessen Schutzfunktionen, Herstellerangaben und Anlagenkonzept ab.

04

Industrieanlagen

Maschinen, Antriebe und Umrichter können besondere Fehlerstromformen erzeugen.

05

Wärmepumpen

Je nach Umrichtertechnik kann Typ A, F oder B gefordert sein. Maßgeblich sind die Unterlagen des Herstellers.

06

Weitere Erzeugungsanlagen

Auch Batteriespeicher und andere Stromerzeugungssysteme müssen in die Fehlerstromschutzplanung einbezogen werden.

 
Glatte Gleichfehlerströme können ungeeignete RCDs beeinflussen

Ein vorgeschalteter RCD muss so ausgewählt und koordiniert werden, dass mögliche Gleichfehlerströme seine Schutzfunktion nicht beeinträchtigen. Die Staffelung verschiedener RCD-Typen erfordert eine fachgerechte Beurteilung.

Zahlen auf dem FI richtig verstehen

Was bedeuten 40 A, 63 A und 30 mA?

Auf einem FI-Schalter stehen mehrere Bemessungswerte. Besonders häufig werden Bemessungsstrom und Bemessungsdifferenzstrom miteinander verwechselt.

Angabe Bedeutung Beispiel
Bemessungsstrom In Strom, für den der FI unter festgelegten Bedingungen ausgelegt ist 40 A oder 63 A
Bemessungsdifferenzstrom IΔn Fehlerstromwert, auf den die Schutzfunktion ausgelegt ist 30 mA beziehungsweise 0,03 A
Polzahl Anzahl der geschalteten aktiven Leiter 2-polig oder 4-polig
RCD-Typ Fehlerstromformen, auf die das Gerät reagiert Typ A, F oder B
Kurzschlussfestigkeit zulässige Beanspruchung in Verbindung mit einer geeigneten Vorsicherung produktabhängige Angabe
Selektivität oder Zeitverzögerung besonderes zeitliches Auslöseverhalten bestimmter RCDs Typ S oder herstellerspezifische Kennzeichnung
 
40 A bedeutet nicht, dass der FI bei 40 A abschaltet

Ein reiner FI-Schalter besitzt grundsätzlich keinen vollständigen Überlastschutz wie ein Leitungsschutzschalter. Er muss durch die Anlagenplanung und geeignete vorgeschaltete beziehungsweise nachgeschaltete Schutzorgane vor unzulässiger Überlast geschützt werden.

FI- und Leitungsschutz kombiniert

Was ist ein FI/LS-Schalter?

Ein FI/LS-Schalter wird auch als RCBO bezeichnet. Er kombiniert Fehlerstromschutz sowie Überlast- und Kurzschlussschutz für einen einzelnen Stromkreis in einem Gerät.

Gemeinsamer FI

Mehrere Stromkreise an einem RCD

  • ein FI für mehrere LS-Schalter
  • geringerer Geräteaufwand
  • bei Fehler können mehrere Stromkreise ausfallen
  • Fehlersuche teilweise aufwendiger
  • Summen möglicher Ableitströme beachten
FI/LS

Eigener Schutz je Stromkreis

  • Fehlerstrom- und Leitungsschutz kombiniert
  • Störung betrifft meist nur einen Stromkreis
  • übersichtliche Zuordnung
  • Fehlersuche wird erleichtert
  • je nach Bauform geringer oder höherer Platzbedarf
1-TE-Technologie kann Platz sparen

Besonders schmale FI/LS-Schalter können Fehlerstrom- und Leitungsschutz auf einer Teilungseinheit kombinieren. Ob eine bestimmte 1-TE-Ausführung für das Projekt geeignet ist, hängt von technischen Daten, Schaltvermögen, Anschlussbedingungen und Herstellerfreigaben ab.

Ausfälle begrenzen und Fehler leichter finden

Wie viele FI-Schalter braucht ein Haus?

Eine feste Zahl gilt nicht für jedes Gebäude. Die Aufteilung richtet sich nach Stromkreisen, Nutzung, Ausfallsicherheit, möglichen Ableitströmen und den geltenden Planungsanforderungen.

01

Wohnbereiche aufteilen

Mehrere RCD-Gruppen können verhindern, dass bei einem einzelnen Fehler das gesamte Gebäude spannungslos wird.

02

Licht und Steckdosen

Eine geeignete Aufteilung kann dafür sorgen, dass bei einer Störung noch Beleuchtung in anderen Bereichen verfügbar bleibt.

03

Außenanlagen

Außenstromkreise sind besonderen Umgebungsbedingungen ausgesetzt und können gesondert gruppiert werden.

04

Kühl- und Gefriergeräte

Dauerverbraucher können im Hinblick auf Ausfallsicherheit und Fehlererkennung gesondert berücksichtigt werden.

05

Technische Anlagen

Wärmepumpe, Wallbox, PV, Speicher und weitere Systeme können eigene Schutzkonzepte benötigen.

06

FI/LS je Stromkreis

Eine dezentrale Aufteilung kann die Ausfallsicherheit erhöhen und die Suche nach Fehlern erleichtern.

Viele Stromkreise an einem FI können unpraktisch sein

Natürliche Ableitströme elektronischer Geräte können sich addieren. Außerdem führt ein einzelner Fehler möglicherweise zum Ausfall zahlreicher Räume. Die Gruppierung muss daher geplant und nicht nur nach verfügbarem Platz gewählt werden.

Wechselrichter und Herstellerangaben beachten

Welcher FI-Schalter wird bei Photovoltaik benötigt?

Die pauschale Aussage „Für Photovoltaik braucht man immer Typ B“ ist falsch. Der erforderliche RCD-Typ hängt vom Wechselrichter, dessen Schaltungsaufbau, integrierter Fehlerstromüberwachung und dem gesamten Anlagenkonzept ab.

Wechselrichter

Technische Dokumentation prüfen

  • Ist ein externer RCD gefordert?
  • Welcher RCD-Typ wird angegeben?
  • Ist eine Gleichfehlerstromüberwachung integriert?
  • Welche Bemessungswerte werden verlangt?
  • Welche Vorsicherung ist vorgesehen?
  • Welche Netzform liegt vor?
Gesamtanlage

Weitere Schutzkomponenten

  • Leitungsschutz
  • Überspannungsschutz auf AC- und DC-Seite
  • Trenn- und Schalteinrichtungen
  • Potentialausgleich und Erdung
  • Netz- und Anlagenschutz
  • Dokumentation und Kennzeichnung
 
Nicht auf Verdacht einen Typ B bestellen

Ein falsch ausgewählter RCD kann unnötige Kosten verursachen oder das vorgesehene Schutzkonzept nicht erfüllen. Maßgeblich sind die Herstellerunterlagen des Wechselrichters und die projektspezifische Elektroplanung.

Andere Aufgabe als der FI

Warum braucht ein Verteiler Überspannungsschutz?

Ein FI-Schalter reagiert auf Fehlerströme. Überspannungsschutzgeräte begrenzen dagegen transiente Überspannungen, die beispielsweise durch Schalthandlungen oder Blitzbeeinflussung entstehen können.

01

Typ 1

Überspannungsschutzgeräte Typ 1 sind für Blitzteilströme in entsprechend geplanten Anlagen vorgesehen.

02

Typ 2

Typ 2 wird zur Begrenzung transienter Überspannungen in Niederspannungsanlagen eingesetzt.

03

Typ 3

Typ 3 dient als zusätzlicher Feinschutz nahe empfindlichen Endgeräten und muss mit vorgelagerten Schutzstufen koordiniert werden.

04

Kombinierte Ableiter

Kombinationsgeräte können mehrere Schutzklassen beziehungsweise Funktionen in einem Gerät vereinen.

05

Kurze Anschlusswege

Leitungslängen und Anschlussführung beeinflussen die Wirksamkeit des Überspannungsschutzes.

06

Gesamtkonzept

Netzform, äußeres Blitzschutzsystem, Gebäude und angeschlossene Technik müssen gemeinsam berücksichtigt werden.

FI und Überspannungsableiter schützen vor unterschiedlichen Gefahren

Ein funktionierender FI schützt elektronische Geräte nicht automatisch vor Überspannung. Umgekehrt ersetzt ein Überspannungsableiter keinen Personen- oder Fehlerstromschutz.

Mehr als eine Reihe Sicherungen

Welche Komponenten gehören in einen modernen Verteiler?

Der tatsächliche Aufbau hängt von Netzform, Gebäude, Stromkreisen und technischer Ausstattung ab. Nicht jedes Projekt benötigt alle verfügbaren Komponenten.

01

Verteilergehäuse

Das Gehäuse muss ausreichend Platz, Berührungsschutz und geeignete Montagebedingungen bieten.

02

FI-Schalter

Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen werden passend zu Stromkreisen und möglichen Fehlerstromformen ausgewählt.

03

Leitungsschutzschalter

LS-Schalter schützen die angeschlossenen Leitungen vor Überlast und Kurzschluss.

04

FI/LS-Schalter

Kombinierte Geräte ermöglichen einen eigenen Fehlerstrom- und Leitungsschutz je Stromkreis.

05

Überspannungsschutz

Ableiter werden passend zu Netzsystem, Blitzschutz und Anlagenkonzept ausgewählt.

06

Haupt- und Lasttrennschalter

Trenneinrichtungen ermöglichen das sichere Freischalten vorgesehener Anlagenteile.

07

Schütze und Relais

Schaltgeräte können Beleuchtung, Heizung, Lasten und andere Verbraucher steuern.

08

Klemmen und Zubehör

Neutralleiter-, Schutzleiter- und Reihenklemmen sowie Beschriftungen sorgen für eine übersichtliche Struktur.

Innenansicht eines Unterputzverteilers
Platzreserve mitbedenken

Verteiler nicht zu klein auswählen

Ein knapp bemessener Verteiler erschwert saubere Verdrahtung, spätere Ergänzungen und die thermische Beurteilung. Auch Reserveplätze für Photovoltaik, Wallbox, Wärmepumpe oder Smart Home sollten bereits bei der Planung bedacht werden.

Wie viel Reserve erforderlich ist, hängt vom konkreten Ausbau ab. Ein pauschaler Prozentwert ist keine allgemein gültige Vorschrift.

Schienen und Zubehör müssen passen

Darf man Schutzgeräte verschiedener Hersteller kombinieren?

Geräte verschiedener Hersteller sind nicht automatisch unzulässig. Entscheidend sind technische Eignung, Koordination, Einbaubedingungen und die Freigabe des verwendeten Zubehörs.

Einheitliches System

Vorteile einer Produktfamilie

  • abgestimmte Sammelschienen
  • einheitliche Bauhöhen
  • passendes Zubehör
  • übersichtlichere Dokumentation
  • Herstellerangaben leichter zuzuordnen
  • einheitliche Anschlussbedingungen
Gemischter Aufbau

Technische Prüfung erforderlich

  • Sammelschienenfreigabe prüfen
  • Anschlussquerschnitte vergleichen
  • Bauhöhe und Klemmenposition beachten
  • Kurzschlusskoordination beurteilen
  • Herstellerangaben einhalten
  • keine mechanisch erzwungenen Verbindungen
 
Eine Sammelschiene darf nicht nur ungefähr passen

Teilungsmaß, Gabel- oder Stiftausführung, Klemmengeometrie, Strombelastbarkeit und Herstellerfreigabe müssen passen. Eine schlechte Kontaktstelle kann zu Erwärmung und Schäden führen.

Die Prüftaste ist nur ein Teil der Kontrolle

Wie wird ein FI-Schalter geprüft?

Die auf dem Gerät vorhandene Prüftaste ermöglicht eine regelmäßige Funktionskontrolle des internen Auslösemechanismus. Sie ersetzt jedoch keine fachgerechte Messung.

01

Prüftaste betätigen

Die Prüftaste erzeugt geräteintern einen Differenzstrom und sollte den FI zum Abschalten bringen.

02

Prüfintervall beachten

Das vom Hersteller angegebene Prüfintervall und die Hinweise auf dem Gerät sind einzuhalten.

03

Auslösestrom messen

Eine Fachprüfung kann feststellen, bei welchem Fehlerstrom der RCD tatsächlich auslöst.

04

Auslösezeit messen

Die Abschaltzeit muss die für Anlage und Schutzmaßnahme geltenden Anforderungen erfüllen.

05

Schleifen und Schutzleiter prüfen

Der FI ist nur ein Teil der Schutzmaßnahmen. Schutzleiter und weitere Bedingungen müssen ebenfalls überprüft werden.

06

Dokumentieren

Prüfergebnisse, Zuordnung der Stromkreise und Gerätedaten werden nachvollziehbar festgehalten.

Wenn der FI bei der Prüftaste nicht abschaltet

Die betroffenen Stromkreise sollten nicht ungeprüft weiterbetrieben werden. Ursache können ein defektes Gerät, falscher Anschluss oder ein anderes Problem der Anlage sein.

Arbeiten im Verteiler sind Facharbeit

Darf man einen FI-Schalter selbst einbauen?

Ein FI-Schalter wird in den Verteiler eingebaut und muss auf Leitungen, Stromkreise, Vorsicherung, Netzform und weitere Schutzgeräte abgestimmt werden. Ein funktionierender Schaltversuch genügt nicht als Sicherheitsnachweis.

Vorbereitung

Was Du vorab klären kannst

  • vorhandenen Verteiler fotografieren
  • Beschriftungen und Gerätedaten notieren
  • geplante neue Verbraucher auflisten
  • PV, Wallbox oder Wärmepumpe berücksichtigen
  • gewünschte Ausfallsicherheit festlegen
  • Material gemeinsam mit der Fachkraft auswählen
Elektrofacharbeit

Was fachgerecht durchgeführt werden muss

  • RCD-Typ auswählen
  • Bemessungswerte berechnen
  • Vorsicherung und Kurzschlussschutz beurteilen
  • Neutralleiter richtig zuordnen
  • Sammelschienen und Leitungen anschließen
  • Auslösezeiten und Auslöseströme messen
  • Verteiler dokumentieren und beschriften
 
Der Einbau eines FI-Schalters ist keine reine Materialmontage

Falsche Neutralleiterzuordnung, ungeeignete Vorsicherung, lockere Klemmen oder ein unpassender RCD-Typ können die Schutzfunktion beeinträchtigen. Auswahl, Einbau und Prüfung gehören deshalb in fachkundige Hände.

Fehlkäufe und Sicherheitsprobleme vermeiden

Typische Fehler bei FI-Schaltern

01

Falschen RCD-Typ wählen

Ein Typ A wird eingesetzt, obwohl der Verbraucher andere Fehlerstromformen verursachen kann.

02

Bemessungswerte verwechseln

40 A Bemessungsstrom wird mit 30 mA Bemessungsdifferenzstrom verwechselt.

03

FI als Überlastschutz ansehen

Ein reiner RCD wird nicht ausreichend gegen Überlast und Kurzschluss geschützt.

04

Neutralleiter vermischen

Neutralleiter verschiedener FI-Gruppen werden hinter den RCDs gemeinsam verbunden.

05

Zu viele Stromkreise gruppieren

Ein einzelner Fehler schaltet große Teile des Gebäudes ab und Ableitströme summieren sich.

06

Unpassende Sammelschiene

Eine mechanisch ähnliche Schiene wird ohne technische Freigabe verwendet.

07

Prüftaste nie verwenden

Der mechanische Funktionszustand wird über Jahre nicht kontrolliert.

08

Nur Funktion testen

Nach dem Einbau wird nur geprüft, ob Geräte funktionieren, aber nicht, ob der FI korrekt und rechtzeitig auslöst.

Vor Bestellung und Umbau prüfen

Checkliste für FI und Verteiler

Diese Punkte helfen bei der Vorbereitung des Gesprächs mit dem Elektrotechnikbetrieb.

Anlage

Welche Anforderungen bestehen?

  • Welche Netzform liegt vor?
  • Welche Stromkreise sollen geschützt werden?
  • Welche Verbraucher sind angeschlossen?
  • Gibt es Frequenzumrichter?
  • Sind PV, Speicher oder Wallbox vorhanden?
  • Welche Fehlerstromformen sind möglich?
  • Welche Ausfallsicherheit wird benötigt?
  • Wie groß ist der vorhandene Verteiler?
Schutzgerät

Welche Daten müssen passen?

  • FI Typ A, F, B oder Sonderausführung
  • Bemessungsstrom
  • Bemessungsdifferenzstrom
  • Polzahl
  • Kurzschlusskoordination
  • Vorsicherung
  • Sammelschienen-Kompatibilität
  • Prüf- und Dokumentationsanforderungen
Häufige Fragen verständlich beantwortet

Fragen zu FI-Schaltern

Was macht ein FI-Schalter?

Ein FI-Schalter überwacht die Differenz zwischen hin- und zurückfließenden Strömen. Überschreitet ein Fehlerstrom den vorgesehenen Wert, trennt er den überwachten Anlagenteil.

Was ist der Unterschied zwischen FI Typ A und Typ B?

Typ A erkennt sinusförmige Wechsel- und pulsierende Gleichfehlerströme. Typ B erkennt zusätzlich glatte Gleichfehlerströme sowie weitere frequenzabhängige Fehlerstromformen.

Wann wird ein FI Typ F benötigt?

Typ F kann für bestimmte einphasige Geräte mit Frequenzumrichter vorgesehen sein. Maßgeblich sind die technische Ausführung und die Herstellerangaben des angeschlossenen Geräts.

Braucht jede Photovoltaikanlage einen FI Typ B?

Nein. Der erforderliche RCD-Typ hängt vom Wechselrichter, dessen integrierter Fehlerstromüberwachung, den Herstellerangaben und dem gesamten Anlagenkonzept ab.

Was bedeutet 40/4/0,03 A?

Die genaue Schreibweise ist produktabhängig. Typischerweise steht 40 A für den Bemessungsstrom, 4 für die Polzahl und 0,03 A beziehungsweise 30 mA für den Bemessungsdifferenzstrom.

Schützt ein FI vor Kurzschluss?

Ein reiner FI-Schalter bietet grundsätzlich keinen vollständigen Überlast- und Kurzschlussschutz. Dafür werden Leitungsschutzschalter oder kombinierte FI/LS-Schalter eingesetzt.

Was ist ein FI/LS-Schalter?

Ein FI/LS beziehungsweise RCBO kombiniert Fehlerstromschutz, Überlastschutz und Kurzschlussschutz für einen einzelnen Stromkreis.

Wie oft muss die Prüftaste betätigt werden?

Das vorgeschriebene beziehungsweise empfohlene Intervall steht auf dem Gerät oder in den Herstellerunterlagen. Die Prüftaste ersetzt keine fachgerechte wiederkehrende Messung.

Warum fliegt der FI immer wieder?

Mögliche Ursachen sind ein defektes Gerät, Feuchtigkeit, beschädigte Leitungen, eine falsche Neutralleiterzuordnung oder die Summe mehrerer Ableitströme. Der FI darf nicht einfach blockiert oder durch einen anderen Typ ersetzt werden, ohne die Ursache festzustellen.

Darf man FI-Schalter verschiedener Hersteller verwenden?

Geräte verschiedener Hersteller sind nicht pauschal unzulässig. Sammelschienen, Zubehör, Anschlussbedingungen und Schutzkoordination müssen aber ausdrücklich zusammenpassen.

Wie viele FI-Schalter braucht ein Einfamilienhaus?

Eine allgemeingültige Anzahl gibt es nicht. Die Aufteilung richtet sich nach Stromkreisen, Nutzung, Ausfallsicherheit, möglichen Ableitströmen und den geltenden Planungsanforderungen.

Darf ich einen FI-Schalter selbst austauschen?

Arbeiten im Verteiler erfordern eine fachgerechte Auswahl, einen sicheren Anschluss sowie Messungen der Schutzfunktion. Sie müssen von entsprechend qualifizierten beziehungsweise berechtigten Fachpersonen ausgeführt werden.

Verteiler sicher ausstatten

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Wichtiger Hinweis

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und Produktauswahl. Er ersetzt keine individuelle Elektroplanung oder Prüfung der vorhandenen Anlage. FI-Typ, Bemessungsstrom, Bemessungsdifferenzstrom, Polzahl, Vorsicherung, Kurzschlusskoordination und Aufteilung müssen anhand von Netzform, Leitungsanlage, Verbrauchern und Herstellerangaben festgelegt werden. Auswahl, Einbau, Anschluss, Inbetriebnahme und Prüfung von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen und Verteilern müssen entsprechend den in Österreich beziehungsweise Deutschland geltenden gesetzlichen Vorgaben und technischen Regeln durch entsprechend qualifizierte beziehungsweise berechtigte Fachpersonen erfolgen.

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